Besuch aus Haiti – Claudette Coulanges berichtete im Mühlencafé

Das neue Mühlencafé in der Stümpelschen Mühle im Herzen Paderborns ist nicht nur ein schon jetzt sehr beliebter Treffpunkt zum Kaffeetrinken, Relaxen und sich mit Freunden treffen, es ist auch ein sehr gut geeigneter Ort für Info-Veranstaltungen im gemütlichen Rahmen. Nach der gut besuchten Vorführung des Autoren-Films „Deckname Jenny“ bewies sich dies jetzt mit einem Info-Abend über den Wiederaufbau Haitis.

Denn der ist in diesem Jahrzehnt schon zwei mal eine substantielle Herausforderung für den kleinen karibischen Inselstaat gewesen, erst nach dem verheerenden Erdbeben 2010 und nach dem Hurrikan Matthew im Herbst 2016, der den Westen des Landes regelrecht platt machte. Jede dieser Katastrophen ist aber auch der Startpunkt intensiver internationaler Unterstützung gewesen, aus dem Paderborner Land hauptsächlich durch die Biohaus-Stiftung für Umwelt und Gerechtigkeit. Diese lud jetzt zu einem Info-Abend in ihr Stiftungszentrum Stümpelsche Mühle, wo Claudette Coulanges etlichen Interessierten aus erster Hand berichtete. In ihre Heimatstadt Aquin gründete die lange Zeit in Deutschland tätige agile Frau 2010 die Organisation HPE, um den „Vergessenen und Ärmsten auf dem Lande“ zu helfen, wie sie sagt. Seit etlichen Jahren begleitet und unterstützt nun die Paderborner Biohaus-Stiftung  sie bei ihrer fruchtbaren Arbeit u.a. mit Benefiz-Konzerten unter dem Motto „Instrumente für Haiti“  und mit der Einrichtung einer Entwicklungshelferstelle für Claudette. So baute man gemeinsam in den letzten Jahren eine stabile Organisation mit eigenem Büro auf und rief eine Initiative „Cassaverie“ ins Leben, die mittlerweile 30 Maniok-Bauern und 12 Frauen Arbeit und Einkommen gibt. Denn das Maniok-Mehl wird in der Cassaverie zum traditionellen Brot Cassave verarbeitet und anschliessend auf den heimischen Märkten verkauft. Bei der Verarbeitung wird seit 1 Jahr eine Maniok-Reibe mit dem ersten solargetriebenen Motor Haitis eingesetzt, der landesweit Interessenten anzieht, wie Claudette berichtete. „Fast wöchentlich bekommen wir Besuch von anderen Organisationen, die sich unser Beispiel zum Vorbild nehmen wollen“, erzählte sie. „Das spornt uns natürlich an, diese agro-ökologischen Aktivitäten, wie wir sie nennen, weiter auszubauen.“ So beraten ausgebildete HPE-Agrartechniker seit dem Hurrikan die Bevölkerung beim Anlegen von sogenannten Modell-Gärten und fördern so die Eigenversorgung mit Lebensmitteln. „Wenn die Bauernfamilien jetzt noch mit den von der Biohaus-Stiftung gespendeten Kleinst-Solaranlagen Strom und Licht zum Lernen bekommen, haben wir einen ganz großen Schritt gemacht“, strahlte Claudette. Und dies Strahlen wurde noch um einiges breiter, als der Eine-Welt-Kreis Schlangen ihr aus Sammelaktionen stammende 800,- € übereichte. „Zusammen Hand in Hand mit Euch kommen wir auch endlich voran,“ war sich Claudette sicher und versprach, diese Freundschaft mit vielen Aktivitäten und Berichten am Leben zu erhalten.